Monachen/Königshäuser

Königin Elizabeth II ist die Schirmherrin des Royal London Homoeopathic Hospital und auch Prinz Charles setzt sich aktiv für Homöopathie und Komplementärmedizin ein.
1842 zählte man bereits 77 homöopathische Ärzte im Dienst der Monarchen und ihrer Familien (Everest 1842).

Seit Königin Adelaide 1835 als erste ihr Interesse an der "neuen Medizin" bekundete wird dieses auch von anderen britischen Adeligen geteilt, wie dem Marquess of Anglesey, der sich in Paris von Hahnemann behandeln ließ.
1830 fragte der Earl of Shrewsbury Hahnemann nach einem Homöopathen, der Dr. Romani empfahl. Dessen Erfolge in London waren bald so überzeugend, dass dies der Königin zu Ohren kam. Der Italiener kam aber mit dem Klima nicht zurecht. Die Königin rief einen der treueste Kollegen Hahnemanns zu sich, Dr. Stapf, der sie von einer ernsten Erkrankung heilen konnte. Die Königin machte ihr Interesse nun öffentlich.

Queen Mary, die spätere "Queen Mom"

Queen Mary, die spätere "Queen Mom"

Prinzessin Mary, die spätere Königin Mary, Frau von Georg IV. (Film "The Kings Speech"), setzte sich für Spenden und die Verlegung und Erweiterung des homöopathischen Krankenhauses von London ein. König Georg IV. schätzte die Homöopathie, weil er sie jederzeit gegen seine Seekrankheit einsetzen konnte.
König Edward VII. tafelte oft mit Dr. F.H.F. Quin, dem ersten britischen Homöopathen. Seine Tochter Maude und ihr Mann, der norwegische König Haakon VII., ließen sich beide von ihm behandeln.
König Edward VIII. hatte seine homöopathischen Mittel gerne in Pulverform dabei.
Auch sein Bruder, König Georg VI. mochte die Homöopathie so sehr, dass er eines seiner Rennpferde nach einem Mittel gegen Verletzungen benannte, "Hypericum/ homöopathisches (!) Johanniskraut", war selbst ein erfahrener Anwender und vergab dem homöopathischen Krankenhaus den Titel Royal London Hospital. 2005 wurde es millionenschwer ausgebaut.

Sir John Weir diente 6 Monarchen als Homöopath (auch König Gustav von Schweden und König Haakon VII. von Norwegen).

Arme griffen auf Kräuterheilkunde (also NICHT Homöopathie, sondern nicht potenziert) und Apotheken zurück.

Die meisten homöopathischen Armenapotheken wurden von einem Gremium von Geistlichen, Bankiers, kleineren Adligen geleitet.

Beispiele einer langen Liste von Unterstützern der Homöopathie:
Prinzessin Adelaide (die Herzogin von Teck), der Oberbürgermeister von London, Sir Truscott, die Herzogin von Hamilton und Brandon, Lord Cawdor, Lord Grosvenor, der Earl of Wamyss und March, der Earl of Donoughmore, die Herzöge von Beaufort, con Cambridge, der Earl of Essex, Lord Gray of Gray, Viscount Malde, Lord Ernle, der Earl of Kintore, der Earl of Kinnaird, die Lord Paget, die Herzöge Sutherland, die Earls of Dudley, Lord Leconfield, der Earl of Wilton, der Earl of Albermarle, Viscout Sydney, Lady Radstock, der Herzog of Northumberland, der Earl of Scarborough, der Earl of Dysart, Marchioness of Exeter, Countess Waladegrave, Countess of Crawford, Lord Headley, Earl of Plymouth, Lord Calthorpe, Earls of Shrewsbury, Lord Holder, Lord Gailford, Lord Moynihan, Lord Ernle, Lord Ampthill, Lord Home, Viscount Elibank, Earls of Lichfield, ... zahlreiche Ritter, Barone, Offiziere, Geistliche, ...

Sir Henry Tyler stiftete große Summen für die Erweiterung eines Krankenhauses in London. Seine Tochter Dr. Margert Tyler wurde eine einflussreiche Homöopathin.

Aktuell:
Von Königin Elizabeth II.
wird die Homöopathie aktiv unterstützt. Sie ist wie gesagt Schirmherrin des London Homoeopathic Hospital, dessen ärztlicher Direktor Dr. Peter Fisher (Herausgeber vom Journal "Homoeopathy") ihr Homöopath ist.
Bis zu ihrem Tod im Alter von 101 Jahren war die Queen Mum die Schirmherrin der British Homoeopathic Association. Der Herzog von Gloucester (ehem. Prinz Richard) ist heute Schirmherr. Die verstorbene Herzogin von Gloucester war Schirmherrin der Blackie Foundation zu Ehren der Homöopathin Dr. Margery Blackie, die lange königliche Homöopathin war. Gegenwärtig ist dies Prinzessin Alexandra und Herzogin Mary von Roxburghe ist eine der Vizepräsidentinnen.
Prinz Charles setzt sich am deutlichsten zu Gunsten der "Komplemetärmedizin" ein. 1982 wurde er Präsident der British Medical Association und hat sich zur Aufgabe gemacht de, dem Establishment die Grenzen der Schulmedizin aufzuzeigen, damit die Beiträge der Homöopathie und anderen Methoden besser zu schätzen sind.
1996 gründete er die Stiftung "The Prince´s Foundation for intergrated Health, FIH", der er zwei Millionen Pfund stiftete. "Es geht darum ... über den Tellerrand der eigenen Disziplin zu sehen und voneinander zu lernen"(1998). Trotz oder gerade wegen (?) seines Dauereinsatzes für die Gesundheit der Bürger und seines Hinterfragens der orthodoxen Medizin wird er von amerikanischen und europäischen Medien oft trivialisiert.
Diana, die Prinzessin von Wales, Prinz Andrew und Sarah Ferguson, die Herzogin von York, ließen sich von Jack Temple behandeln (Daily Telegraph 2004).
1997 unternahm die Herzogin von York eine Reise zum ganzheitlichen Gesundheitszentrum von Dr. Mathai in Indien. In einem Interview erklärte sie:
"wir verlassen uns zuhause schon lange auf die Homöopathie. Meine Großmutter, die im Dezember starb, kannte sich gut damit aus.... (The Week 1997)

Andere europäische Monarchen:
Bevor die britischen Monarchen den Wert der Homöopathie erkannten taten dies die Deutschen.

Deutsche Könige ließen sich gerne von Dr. Hahnemann und seinen Schülern behandeln.
1822 ernannte Herzog Ferdinand von Anhalt Hahnemann zum Hofrat:
"... für Ihre mir gereichte und sich so bewährt gefundene Medicin ...."(Haehl; Albrecht).
Hahnemanns Neffe, Dr. Trinius, wurde Homöopath und behandelte die Prinzessin von Württemberg und den Herzog von Coburg und Gotha (Haehl).
König Georg V., König von Hannover, und seine Königin Marie von Sachsen-Anhalt wurden von Dr. Weber behandelt, wonach dieser vom König geehrt wurde (Hunt 1863).
Dr. Kramer behandelte den Großherzog von Baden.
Dr. Schmit war Leibarzt der Herzogin von Lucca.
Dr. Bernhard Bähr war königlicher Medizinalrat und Leibarzt von König Georg V. von Hannover und erhielt für seine Abhandlung über "Digitalis purpurea in ihren physiologischen und therapeutischen Wirkungen" (Weigel, 1859) von anderen homöopathischen Ärzten einen Ehrenpreis (Granier 1859).
Dr. Mühlenbein war Arzt von Wilhelm VIII., Herzog von Braunschweig, hatte sich von der Schulmedizin zur Homöopathie gewendet und wurde von der britischen Krone zum Knight of the Order of Guelph ernannt.
In München jedoch wurde die Homöopathie durch das Kriegsministerium zur Quacksalberei erklärt und ihr Einsatz untersagt.
In anderen Regionen Deutschlands sah das Militär Homöopathie viel positiver. In Hessen durften nur Militärärzte eingestellt werden, die auch etwas von Homöopathie verstünden (Baumann 1857).

Goethe äußerte sich kritisch darüber wie die damalige Schulmedizin und ihre Ärzte Patienten den Zugang zu homöopathischen Behandlung einschränkten.
1820 schrieb er: "Hier zu Lande spielt man ein curioses Spiel mit Ablehnen und Abdämmen der Neuerungen jeder Art. Z.B. durch Magnetismnus (Hypnose) zu curieren ist verboten, auch nach der Hahnemannschen Methode darf niemand praktizieren." (Haehl 1922; Goethes Briefe, Internet)

Österreich:
Massiver Widerstand und große Erfolge-
Einer der Sieger über Napoleon bei Leipzig, General Prinz von Schwarzenberg, suchte später Hahnemann auf und dieser behandelte 1819 seinen zweiten Schlaganfall (siehe Geschichte der Homöopathie).
Der leitende General der Völkerschlacht bei Leipzig wurde deshalb später ein Befürworter der Methode.
Leider schränkte der General nicht seinen Alkoholkonsum ein - wie Hahnemann während der Behandlung feststellen musste und ließ einen zweiten Arzt heimlich Aderlässe durchführen.

Von 1819 bis 1835 verbot Kaiser Franz I (bis zu einem Tod) das Praktizieren mit der Methode. 1828 ordnete er ein homöopathisches Experiment mit 43 im Krankenhaus behandelten Patienten an. Obwohl alle 9 Patienten mit schweren entzündlichen Erkrankungen geheilt wurden teilte Prof. Stift und die anderen Schulmediziner dem Kaiser nichts davon mit. Die Homöopathie blieb verboten. Jedoch berief der Erzherzog Johann kurz nach diesem Experiment für sich einen Homöopathen zum Leibarzt.

(Wie in der UDSSR/Sowjetunion, wo die Herrschenden homöopathische Krankenhäuser in Moskau und St. Petersburg behielten, die Methode aber landesweit verboten wurde oder wie bei den Nazis, die in Berlin Psychoanalyse erlaubten, im übrigen Deutschland war sie verboten)

Nach dem Tod von Kaiser Franz I. 1835 erfuhr die Homöopathie nie dagewesenen Zuspruch. Viele Mitglieder des Könighauses arbeiteten sogar selbst als Homöopathen. Zu Gustaf von Auersperg etwa kamen Patienten in Scharen. Fürstin Auersperg ging auf ihrem Land in Böhmen von Haus zu Haus um kranke Pächter zu behandeln. Im böhmischen Zleb ließ sie ein Krankenhaus für arme Bauern bauen, die ihr Arzt Dr. Kohout betreute.
1846 gründete auch Gräfin von Harrach ein homöopathisches Armenkrankenhaus (Müller 1846).

Der österreichische Botschafter des Königs der beiden Sizilien Comte de Fickelmont schrieb an General Caraffa (ebenfalls Freund der Homöopathie): "Das System (die Homöopathie) hat die Prüfung, der es unterzogen wurde, mit Brillianz bestanden. Das erklärt, warum seine Gegner der Veröffentlichung des Berichts jede erdenkliche Schwierigkeit in den Weg stellen, .... scheint es unmöglich zu sein, sich den Fakten zu verschließen. Die geheilten Patienten ....."

Zwischen 1840 und 1850 gab es überall homöopathische Krankenhäuser und Apotheken und Homöopathen waren so zahlreich wie Schulmediziner. An der Uni Wien und an der Militärakademie lehrten Professoren für Homöopathie und Medizinstudenten konnten sich zwischen (Schulmedizin= )Allo- und Homöopathie entscheiden.

Mit der bemerkenswerten Heilung des schwer an einem "Tumor" erkrankten Feldmarschall Radetzky 1841 wurde die Homöopathie noch beliebter. Johann Strauss schrieb den Radetzky - Marsch für den beliebten Marschall. Beide Schulmediziner, Professoren der Augenheilkunde, die ihn vorher untersucht hatten, hatten den Augentumor für unheilbar erklärt.
Der eine der beiden Professoren (F. Jäger - Schwiegersohn des Prof. der die erste universitäre Augenabteilung der Welt im Vorsitz leitete) war der Homöopathie aufgeschlossen und empfahl Radaetzky dem Homöopathen Dr. Hartung zu trauen. Dieser heilte ihn dann in nur 6 Wochen vollständig - der Tumor verschwand und das Auge hing nicht mehr komplett aus dem Auge heraus.
Dafür wurde Jäger von traditionellen Medizinern heftig kritisiert, obwohl der Marschall geheilt worden war - oder vielleicht gerade deshalb. Die Aktenlage zeigt nach heutigem Wissen einen Orbitalabszess, der bei so schweren Fällen normalerweise mindestens zur Erblindung führt.



Der belgische Prinz Leopold, der spätere König Leopold I (Dr. Quin) und andere Könige ließen sich homöopathisch behandeln.

Das Russische Zarenhaus: Großfürst Konstatnin Romanow beschäftigete ebenso offen wie die Großfürstin den Homöopahten Bigel als Leibarzt (Bojanous 1876). Er ernannte ihn auch zum Arzt für 500 Soldatensöhne.
Zwei Brüder des Großfürsten, Großfürst Michael und Kaiser Nikolaus I.(der spätere Zar) interessierten sich für Homöopathie. Der Zar beeinflusste persönlich viele Ärzte, Homöopathie zu studieren und verließ selbst nie das Land ohne seine homöopathischen Mittel. Doch nicht einmal der Zar konnte "die chinesische Mauer durchbrechen, mit der die medizinische Hierarchie ihr Reich umgibt" (von Villers, 1876).
1841 wurden in Moskau und Nowgorod hom. Krankenhäuser errichtet. Später wurde die Homöopathie auch in den entferntesten Gegenden des Reiches ausgeübt. Der Zar heiratete Prinzessin Charlotte von Preussen, die die Homöopathie so schätzte, dass sie in England eine homöopathische Taschenapotheke mit ihrem Emblem anfertigen ließ. Eines zeigte die Wappen der Romanovs und Großbritanniens.
Ihre Tochter Olga, die den König von Württemerg heiratete war "eine echte Homöopathin und das ließ sie jeden wissen" (Hoyle 1913). Als sie sich am Genfer See ein Bein brach, war sie mit der Behandung durch den Homöopathen Dr. Alfons Beck so zufrieden, dass sie daruf bestand, dass er sie nach St. Petersburg begleitete. Nach seiner Rückkehr sollte er eine andere Prinzessin behandeln, die an einem schweren Genitalkrebs litt und ihm für jeden Monat des Überlebens eine Prämie zahlen wollte.
Nach der Ermordung Zar Alexanders, einem weiteren Befürworter der Homöopathie, erbaute man ebenfalls in St. Petersburg ein homöopathisches Krankenhaus, benannt nach dem toten Zar. Sein Nachfolger Zar Alexander III spendete dafür eine Summe von 5000 Rubel. Ministerund Mitgleider des Hofes spendeten ebenfalls.

Kurz nach der Revolution 1918 wurde die Homöopathie als "bürgerlich" gebranntmarkt und die Krankenhäuser teilweise an die stets in harter Opposition gebliebenen Allopathen übergeben. So wurde auch hier die Beliebtheit der Homöopathie zu ihrem Verhängnis (lesen sie auch unter Rockefeller und Carnegie)

In Finnland ist die Geschichte der Homöopathie mit der des Zarenhofes verknüpft, denn 1809 musste Schweden seine finnische Provinz angeben. Der Generalgouverneur ud den deutschen Homöopathen Grauvogl nach Helsinki ein, der die Bedingung stellte einen zuverlässigen Apotheker mitbringen zu dürfen. (Jütte 1006). Der Zar wies ihm zwei Säle im Militärkrankenhaus zu. In seine Praxis reisten sogar Patienten aus dem entfernten St. Petersburg an. Er klagte über die extreme Feindseligkeit der Schulmediziner und Apotheker, die sogar dazu führte dass ihm viel zu viele sterbende und schwer kranke Patienten auf die Stationen gelgt wurden damit seine Sterblichkeits-Statistik schlecht aussehen sollte. Nach weiteren Feindseligkeiten reiste er nach München ab.


Italien:
als die österreichische Armee Neapel besetzte kam die Homöopathie nach Italien. Die Armee wurde von Baron Koller angeführt, der die Homöopathie sehr mochte und in Neapel angekommen nach seinem Homöopathen Dr. Necker schicken ließ. Dieser überzeugte während seiner Jahre dort drei führende Ärzte vom Wert homöopathischer Arzneien. (Mitchel1975). In seiner Armenapotheke standen ihm auch andere Ärzte zur Seite.

Die Königin von Neapel schickte ihn zu ihrer kranken Schwester nach Rom, zur Königin von Etrurien, Mutter des Herzogs von Lucca (Toscana). Necker wurde dessen und des Hofstaates Leibarzt. (Homeopathy in Italy 1876).
Lord Shrewsbury berief den einen der ausgebildeten Ärzte, Dr. Romani, als seinen Leibarzt nach England. Der andere, Dr. Mauro, diente Prinz Ruffo als Leibarzt.

Der dritte von Necker ausgebildete Homöopath, Dr. Cosmo de Horatiis, hatte im Tessin am Athenäum die Professur für Chirurgie inne, war leitender Chirurg der neapolitanischen Armee, Generalsinspekteur des Militärkrankenhäuser, Privatarzt/Leibarzt des Erbprinzen, des Herzogs von Kalabrien (Francis I), erster Übersetzer der Hahnemannschen Schriften ins Italienische und Prof. für Chirurgie an der Univ. Neapel.

Nach Neckers Tod wurde ein anderer Homöopath, der Ungar Josef Attomyr, zum Leibarzt berufen.
Dr. Romani konnte Dr. de Guidi für die Homöopathie gewinnen, der an drei französischen Universitäten u.a. die Prof. für Mathematik und dann für Medizin innehatte. Seine schwer kranke Frau wurde homöopathisch geheilt. In Frankreich gilt er als Vater der französischen Homöopathie (www.homeoint.org).

Der erste Homöopath in Rom war Dr. Centamori, der mit der Bekämpfung der Cholera-Epidemie dort solchen Erfolg hatte, dass der Prälat des Petersdoms in seine Behandlung kam. Er konnte ihn aber nicht mehr retten, worauf er von Schulmedizinern der Vergiftung des Prälaten angeklagt wurde. Dennoch wurde er Arzt des Herzogs von Lucca und heiratete die Nichte Napoleons I, Charlotte Bonaparte.

König Vittorio von Sardinien ließ sich homöopathisch behandeln (Hunt 1863).



Spanien:
Die Könige von Spanien schätzen die Homöopathie. Bei der Trauung von König Ferdinand VII hatte der König von Neapel Ferdiand II. seinen Homöopathen Dr. Horatiis mitgebracht. Aufgrund des Bürgerkriegs breitete sich die Homöopathie nicht rasch aus, doch Dr. Marino, einer der angesehensten Schulmediziner wurde Homöopath und Leibarzt des spanischen Königs (History of Homoeopathy in Spain 1876). Nachdem die spanischen Monarchen Dr. Núnez , der bei Hahnemann studiert hatte, kennenlernten, entwickelten sie eine hohe Meinung von der Homöopathie.
Er blieb bis zur Revolution von 1868 Leibarzt von Königin Isabella II., die ihm mehrere Orden verlieh. Auch in Spanien waren die Allopathen nur selten bereit sich fair zu ihren Konkurrenten zu verhalten.
Die Prinzen von Spanien und Portugal wurden vom Homöopathen Dr. Pellicer von einer schweren Krankheit geheilt. Dieser war erster Leibarzt der Königin. Auch im Exil unterstützte die Königsfamilie die Homöopathie und ließ sich von Dr. Pellicer und Dr. Simon behandeln.

Preußen:
Wie in vielen Ländern durften Homöopathen ihre Mittel nicht selber korrekt herstellen. Apotheken mochten die Homöopathie auch deshalb nicht, weil die geringen Mengen Arzneimittel die von einem Homöopathen benötigt wird nichts einbringt. Der Herstellung homöopathischer Mittel ist so unwirtschaftlich, dass viele Apotheker dabei betrogen und nur Zuckerkügelchen abgaben, also Scheinarzneien verkauften ohne dass das jemand chemisch nachweisen konnte. Daher stellten Homöopathen, nicht nur Hahnemann, ihre Mittel oft selber her und gingen dafür ins Gefängnis. Häufig erhielten sie von ihren fürstlichen Patienten eine Sondergenehmigung. So in Württemberg, Hessen, nach langem Kampf auch in Preussen, als König Friedrich Wilhelm IV. dieses 1843 gestattete (Kotok 1999).
An seinen Homöopathen Marenzeller schrieb der König: "... Gern werde Ich, wie Ich begonnen habe, auch fortfahren, dieser Heilart jeden Vorschub zu leisten, der zu ihrer Entwicklung förderlich sein kann. Die Errichtung eines homöopathischen Krankenhauses habe ich bereits .... das Selbstdispensieren zu gestatten, ...." (Ameke 1884)
Prinzessin Friederike hatte einen der ersten Schüler Hahnemanns Dr. Aegidi zu ihrem Leibarzt gemacht. Durch die erheblichen Schikanen, die Aegidi ausgesetzt war fürchtete er um seine Praxis und sogar sein Leben und sah sich deshalb nach vier Jahren zum Abschied gezwungen (Haehl). Zum Glück für die Prinzessin übernahm ein anderer Schüler Hahnemanns Dr. HG Jahr seine Nachfolge.

Niederlande:
Das Interesse den niederländischen Königshauses begann mit König Wilhelm I., der von dem Brüsseler Homöopathen Varlez betreut wurde. König Wilhelm der III. wurde vom Homöopathen Professor Everhard behandelt.

Ungarn: Dr. Attomyr wurde Arzt des Grafen von Zips und später vom Herzog von Lucca, Toskana.
Dr. Rosenberg war der Homöopath des Herzogs von Stein-am-Anger. Er brachte u.a. Vinca minor in die Homöopathie ein (heute Grundlage vom Chemotherapeutikum Vincristin).
Vizekönig Joseph förderte die Homöopathie. 1844 stimmten beiden Häuser von Ungarn für ein homöopathisches Krankenhaus und einen Lehrstuhl in der Hauptstadt. Darauf eröffneten drei homöopathische Apotheken und die von der Oberschicht geförderte Bewegung breitet sich im ganzen Land aus.

Tschechische Republik: wie in Deutschland verdankte die Homöopathie auch hier ihre Akzeptanz den Erfolgen bei den Choleraepidemien zwischen 1830-50. Danach wurden homöopathischen Ärzte oft hinzugezogen: die Prinzen Windisch-Grätz und Lamberg zu Zusiowitz, aber auch die Prinzessin Auersperg waren dafür bekannt, dass ihre Leibärzte Homöopathen waren (Jütte 2006). Die Prinzessin unterhielt sogar ein Krankenhaus.