das Kartell der Kassenärztlichen Vereinigungen

Im Ausland gibt es keine KVen, eine Zunftorganisation, die regulative Mechanismen von Angebot und Nachfrage ausschaltet und wo sich Funktionäre Gehälter genehmigen, die höher als der Gehalt der Kanzlerin sind.
Hier werden die Zulassungen der Ärzte reguliert und Ärzte, die die aus der Reihe tanzen und nicht Mitglied sind -also keinen Kassenvertrag wünschen, wie ich - benachteiligt, denn "wir erschließen Marktchancen für (nur) unsere Mitglieder".
Dr. Reuther: "am Kuchen sollen nicht die Falschen naschen".
Seit den 30er Jahren achtet man darauf, das die Kassenärzte die richtigen Weltanschauung haben und sichert sich Macht, indem die Rentenkasse (Ärzteversorgung) und Ärztekammer im selber Haus untergebracht sind.
Ein lukratives, aber unbestritten medizinisch unsinniges paralleles notärztliches System durch die Kassenärzte wird aufrechterhalten. So kommt schon mal ein Augenarzt oder Arzt für Psychotherapie im ärztlichen Notdienst an ein asthmatisches Kind mit Luftnot und hat für die Intubation nicht die richtige Größe, die der Notarzt aus dem Krankenhaus (kein Kassenarzt) gehabt hätte.
In allen andren Ländern wird direkt an die Ärzte ausgezahlt (Österreich) und nicht eine hohe Summe an Funktionärsgehälter und Bürokratie, die für Intransparenz sorgen.
In Frankreich erhalten die die Versicherten das Geld, welches sie an die Ärzte direkt während der Behandlung gezahlt haben, bald von ihrer Kasse zurück - sehr transparent. In Deutschland bestimmen die Funktionäre den Verteilerschlüssel, schön bürokratisch kompliziert - seit der Nazi-Zeit.
So wurden Ärzte, die als Vertreter für Haus- und Kinderärzte einsprangen, über Jahrzehnte mit der Hälfte des Honorars abgespeist, das gemäß Gebührenordnung fällig gewesen wäre, ohne das das auffiel.
Ein Veraltungsmoloch von 12.000 Mitarbeitern - einer für 14 Kassenärzte - sorgt dafür , dass die meisten Kassenärzte die Abrechnungen nicht verstehen können und Mond- Gehälter an Funktionäre weiter fließen. 3% der Versicherungsbeiträge gehen so verloren für ein System welches ein deutsches Unikum ist.
Diese Verwaltungskosten"umlagen" für ihre Zwangsmitglieder streuen willkürlich zwischen 1,6 % Und 3,5 %.
Immer wieder wurden Honorare einbehalten, nicht an Ärzte ausgezahlt.
Das Gesundheitsministerium prüft dubiose Immobiliengeschäfte der KV und die Begehrlichkeiten gieriger Funktionäre, die einfach nicht abzuwählen sind. Ein KBV-Vorstand schaffte es in einer Teilzeitbeschäftigung neben seiner Praxistätigkeit auf 350.000 Euro im Jahr zusätzlich und ging dann mit 250.000 Euro Pension in den Ruhestand. Die Staatsanwaltschaft konnte auch nicht daran ändern.
In Berlin ließen sich Vorstände 183.00 als Übergangsgeld auszahlen, ohne aus dem Amt auszuscheiden.
In Hessen ermittele auch der Staatsanwalt. Der "Spiegel" dazu: "Kassier-Ärzte". Mehrere Versuche einer Abwahl waren vorher an den Bestimmungen gescheitert. Erst als mit der Einsetzung eines Staatskommissars gedroht wurde trat jemand zurück.
Der einfache Arzt scheint schutzlos und es kommen einem unweigerlich Vergleiche mit den erpressten Schutzgeldzahlungen der Mafia (Dr. Reuther in "der betrogene Patient"). Ein Verlust des Kassenarztstatus ist für die meisten existenzgefährdend. Dr. Reuther: "das Duckmäusertum nimmt im vorauseilenden Gehorsam jeden Übergriff auf die Mitglieder hin".
Ein Aufstand gegen die eigenen Interessensverräter war in Bayern 2008 eine Ausnahme. Die Honorare werden bis zu 12 Monate Verzug ohne Zinsen ausgezahlt.
In Frankreich wurde die Direktbezahlung von Ärzteschaft auf der Straße in Protesten verteidigt. Das Bürokratiemonster Deutschland wirkte warnend auf die französischen Ärzte.
Es ist in Frankreich nicht belegt worden, dass dadurch das Patienten in Vorleistung gehen Krankheiten verschleppt worden wären.
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Die Gebührenordnung für Ärzte ist seit 1983 nicht mehr überarbeitet worden (2002 nur minimal). Der medizinische Fortschritt ist seit dem aber weiter gegangen. Wer wie ich mit einer "kleinen sprechenden Praxis" ohne rein-raus-System und viel Technik nur seinen Stundenlohn abrechnet (60 Euro pro halbe stunde, 10 Minuten Telefonat 20 Euro, etc.), der rangiert am unteren Ende des Einkommensspektrums der Ärzte, welches bis 500.000 Euro geht, so viel wie Notare verdienen.
Dr. Reuther: aus meiner Zeit als Funktionär und Delegierter einer Ärztekammer, weiß ich, dass es dort genug Kollegen gibt, die es den erfolgreichen Kollegen in der Praxis einmal zeigen möchten und eher für das eigene Fortkommen sorgen.
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Das deutsche Ärzteblatt ließ sich wie das Zentralorgan der deutschen Krankenhausgesellschaft. Kritische Töne sind nicht zu hören.
Der Verlust der Freiberuflichkeit in medizinischen Versorgungszentren mit angestellten Ärzten findet keine Gegenwehr.
Auch die Zahl derer, die nur verwalten, aber nicht betreuen wird immer größer hierzulande.
All das unterläuft der Patient-Arzt Verhältnis und Vertrauen. Ärzte sind in immer weniger Kliniken Teil der Leitungsebene.