500.000 Notaufnahmen durch Medikationsfehler

Das BfArM, Bundesinstitut für Arzneimittel, das nicht als besonders kritisch gegenüber der Pharmaindustrie gilt geht von 500.000 Notaufnahmen durch Medikationsfehler aus. Eine schwedische Studie kommt für Deutschland zu doppelt so hohen Zahlen, nämlich eine Million Krankenhausaufenthalten pro Jahr.
Bei jedem Vierten Behandelten kommt es zu den "unerwünschten Nebenwirkungen", davon sind 13 % lebensbedrohlich.
An der Uni Klinik Erlangen waren 15 % der Aufnahmen bedingt durch Medikamente. Die Liegezeit war bei diesen Patienten verdoppelt.
Insgesamt 14 % der Liegezeiten in Deutschland kommen auf verschriebene Medikamente.
In einer Überprüfung von 1000 Verordnungen konnten in 40% eine Über- oder Unterdosierung um jeweils mehr als 50% ermittelt werden.
Zwei Drittel der Bewohner von Pflegeheimen weisen eine eingeschränkte Nierenfunktion auf.

Warum?
Weil die Wirkstoffkosten nur um 1% der Verkaufskosten sind - ein todsicheres Geschäft. Geforscht wird in Wirklichkeit kaum, eher abgegeben an staatliche Institute.
2015 haben in Deutschland Pharmafirmen 33 Professuren "betrieben".
Nicht patent geschützte Substanzen werden ignoriert.
Die europäische Zulassungsbehörde finanziert sich zu 90% aus Mitteln der "forschenden Pharmafirmen".

Niedergelassene Ärzte liefern Daten der Patienten (Labor, Kasse , Alter, Geschlecht, Verordnungen, Dosierungen, ...) freiwillig an die Pharmaindustrie, seit 1975.
Bei sinkenden Umsätzen erfolgt der Besuch eines Pharma-Referenten oder das Sponsoring wird gekürzt. Vorauseilender Gehorsam ist die Regel.

Mit 6 Millionen werden "Patienten-Organisationen", "Selbsthilfe" finanziert und gesteuert. Die "Patientenvertreter" werden dann in den gemeinsamen Bundesausschuss gesendet. Für kleines Geld erweisen diese "Patienten" der Industrie auch für unsinnige "Neuerungen" unschätzbare Dienste oder lobbyieren anders (un)wissentlich.
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Das Verordnungsverhalten von Ärzten ist stärker vom Marketing beeinflusst als vom tatsächlichen Nutzen eines Medikamentes.
Medikamente ohne Nutzen machen sogar mehr Umsatz - dank Marketing.
Die Arzneikommission erkennt nur bei 18% der neu zugelassenen Mittel einen Nutzen ("Zusatznutzen"), die pharma-gesteuerten Fachgesellschaften bei 84 %.
Todesfälle werden einfach aus den Nebenwirkungen bei Zulassungs-Studien herausgestrichen, so bei Contergan, bei Präparaten gegen Herzrhythmus-Störungen mit Zehntausenden von Todesopfern. In der Krebstherapie werden Nebenwirkungen einfach nicht publiziert.
Präparate mit hohem Behandlungswunsch seitens der Patienten, aber ohne Beweis der Wirksamkeit sind angesagt.