Malaria und Reisemedizin
2015 gab es den Nobelpreis für ein Malariamittel aus der einjährigen Beifuß-Pflanze:
Artemisimin heißt der Extrakt.
Dabei hatte es die Ärztin nach dem langen Studium jahrhundealter Kräuterliteratur bereits 1981 der WHO vorgestellt: kein Interesse.
Erst nachdem es sich in Südostasien viele Jahrzehnte bewährt hat musste man mit dem Ignorieren aufhören, denn jährlich sterben über 1 Million Menschen unter anderem an dieser (finanziell getriebenen) Ignoranz.
2004 starben sogar 1,8 Millionen Menschen an Malaria - dank der Klimaerwärmung auch mehr in Deutschland.
Einen Kräuterextrakt kann man nicht patentieren, die üblichen chemischen Mittel schon.
Für diese werden dann über 100 Euro pro Urlaub von der Kranken Kasse locker gemacht. Umsonst sind die krassen Nebenwirkungen (und Resistenzen bei solchen chemischen Mono-Substanzen).
Im Unterschied zu den WHO-Empfehlungen rät die Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit (DTG) für Deutschland, DTG, bei Reisen in Länder mit geringem Malaria-Risiko lediglich zur Mitnahme des Malariamittels (Stand-by), und damit erspart man sich die krassen Nebenwirkungen.
Die Nutzen-Risiko-Bilanz soll damit besser sein, als wenn jeder Reisende kontinuierlich ein Prophylaktikum einnimmt - das natürlich mehr Kasse macht. Vergleichende Studien beider Regime gibt es deshalb nicht.
Patienten setzen ihre Prophylaxe wegen der Nebenwirkungen dann leider ab, haben das Stand-By dann leider nicht mit. Folge bei einer Infektion: Unbehandelt verläuft Malaria tropica bei jedem zweiten Mitteleuropäer tödlich.
Bei Fieber, Kopf-und Gliederschmerz muss bis zu einem Jahr nach dem Tropenaufenthalt immer eine Malaria in Betracht gezogen werden. Ruheformen des Erregers können sogar Jahre und Jahrzehnte in der Leber überdauern.
Ärztliche Fehler tragen zum tödlichen Ausgang von Malaria (20 Tote / Jahr in Deutschland) bei.
Bei der Anamnese nach Reisen fragen (Patienten erwähnen Fernreise oft nicht von selbst), an Malaria denken (Grippe oder Gastroenteritis sind verbreitete Fehldiagnosen), für zügige und gezielte Diagnostik sorgen (direkter Parasitennachweis im EDTA- blut per Boten an ein erfahrenes Labor mit 24-Stunden- Dienst, kein Postversand, keine Antikörpersuche),
Da 400 Millionen Menschen in den Tropen jährlich erkranken, macht rechnerisch dort jeder in seinem Leben alle 3 Arten 2 mal durch oder ist chronisch krank.