Reizdarm

Dr. Teut, Leiter einer Ambulanz an der Berliner Charité
zu Patienten mit chronischem Reizdarmsyndrom (gilt schulmedizinisch als "unheilbar"):
"aus meiner therapeutischen Erfahrung kann man Betroffenen mit einer individualisierten und exakten Homöopathiesehr gut helfen"

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Falls Sie mehr als 3 Monate andauernde oder wiederholte Beschwerden wie Schmerzen, Völlegefühl, frühes Sättigungsgefühl und Übelkeit (Reizmagen) oder
Blähungen, Völlegefühl und/oder Stuhlgangs-Veränderungen (Reizdarm) haben, lassen sie sich durch einen ausgebildeten klassischen Homöopathen behandeln!
Die Schulmedizin spielt diese Erkrankung oft herunter, da von ihr (noch) keine echte Therapieansätze zur Verfügung stehen.
Auch der Pflanzenextrakt STW5 (Teil der Leitlinien und Rom IV Kriterien) steht meiner Meinung nach hinter der qualifizierten Homöopathie zurück.
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Differentialdiagnostik: "Reizdarm" ist eine Ausschlussdiagnose. Ausgeschlossen werden Blut im Stuhl, Blutarmut, Gewichtsverlust, Fieber, Koloncarcinom bei Familienanamnese, Alter über 50 Jahre, ...
Oft ist es kein klassischer Reizdarm, sondern eine Sorbit-, Laktose- oder Fructose-Unverträglichkeit,
oder der Reizdarm ist kombiniert mit einer oder mehreren von diesen Nahrungsmittelunverträglichkeiten.
Auch entzündliche Darmerkrankungen, wie Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn müssen ausgeschlossen werden.
Wie viele Antibiosen wurden durchgeführt? Wurde Clostridium difficile ausgeschlossen, eine Gluten-Serologie (Transglutaminase und IgA) oder ein Calprotectin-Wert erhoben? Wie ist das Ess- und Schlafverhalten, Medikamenten? Wie mit körperlicher Betätigung und Stressbelastungen? Eisenstatus (Ferritin), Vitamin B12, Folsäure, Vitamin D(25OH), Magnesium , Zink, Selen im Blut. Im Stuhl Pancreas-Elastase und Gallensäuren zum Ausschluß einer Maldigestion und Calprotectin bei Entzündungen, Fäulnisbakterien wie Klebsiella, Pilzbesiedlung, Nahrungsmittelrückstände für die Nahrungsverwertung, Zonulin und alpha1 Antitrypsin als Barrierefunktion/Leaky-Gut. Wurden Dünndarmbiopsien durchgeführt? Gibt es Probleme mit Getreiden (Gluten-Antikörper im Stuhl), einen Zöliakie-Ausschluß? Gab es bereits eine Mikrobiom Analyse? Mit einer Untersuchung auf pathogene Keime, Parasiten, Wurmeier (Blastocystis h. bei Durchfall); eine Therapie mit Saccharomyces b. (Perenterol, 2x250 mg 10 Tage, statt Metronidazol, welches selber wieder Probleme macht oder der Grund des Reizdarms sein kann).
Atemtests auf Lactose oder Fructose-Intoleranz? Häufig besteht eine Überwucherung der Dünndarmbakterien mit durch diese Zucker angezüchteten und Zucker verstoffwechselnden Dickdarmkeime (alle Fertignahrung heute mit Unmengen von Süßungsmitteln). Diese im Englischen unter SIBOS bekannte Erkrankung führt dann oft zu einer sekundären Zuckerintoleranz.
Therapie: Homöopathie, Ernährungsumstellung, individuell, Enzyme, Bitterstoffe, Ballaststoffe, Phytotherapeutika, Symbiose-Bakterien/Probiotika
Mit Low-FODMAP-Diät können Beschwerden um 70% reduziert werden. Andererseits enthalten Hülsenfrüchte etc. gerade die langfristig notwendigen Ballaststoffe, daher sollte die massive und pauschale Einschränkung nicht länger als 6 Wochen durchgeführt werden, da die guten Darm-Bakterien ansonsten unter Nährstoffmangel leiden:
Der Reizdarm selbst reagiert in manchen Fällen auf eine Vermeidung / Karenz über 4-6 Wochen von "FODMAP".
Karenz von diesen kurzkettigen Zuckern:
kein Obst, Joghurt, Xylit, Sorbit, Weizen, Roggen, Gerste, ... Dennoch kann noch genug anderes gegessen werden, wie Reisbrot, Quinoa und vieles mehr.
Andere Fälle hängen mit der "Weizensensitivität" (Nicht-Zöliakie und Nicht-Weizenallergie) zusammen.
Manchmal ähnelt der Reizdarm der Zöliakie.
"Zöliakie" ist eine entzündliche Reaktion der Darmschleimhaut auf das "Klebeiweiß" Gluten und wird vom Arzt als erstes ausgeschlossen.
Leaky Gut.
Andere Patienten haben keine Zöliakie und sind dennoch empfindlich auf Gluten. Lesen sie dazu auch unter Autoimmunerkrankungen nach und fragen mich welche Getreidesorten in einer Karenzzeit von Gluten konsumiert werden dürfen. Eine Gluten-Empfindlichkeit kann ein Teil eines Reizdarms sein (mit seiner psychischen Komponente) oder eine Empfindlichkeit auf andere toxische Weizeninhaltsstoffe (siehe auch "Pestizide").

Manchmal ist der Hintergrund / krankheitsunterhaltende Faktor beim "Reizdarm" eine Histamin - Unverträglichkeit.
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Reizdarmsyndrom
; Reizdarm, RDS, Colon irritable: (siehe auch hier)
Bei einem Drittel der Patienten löst eine Infektion die Beschwerden aus, die bis zu über 10 Jahre anhalten können.
Definition:
1. gastrointestinale Beschwerden wie Bauchschmerzen oder Blähungen und oft Stuhlgangs Veränderungen, wie Durchfall oder Obstipation
2. eine dadurch relevant gestörte Lebensqualität
Hintergrund: Veränderungen in der Darmschleimhaut, Darmflora, übergeordneter Regulationssysteme, verlängerte Magen-Enleerungszeit.

Sogar die deutsche Leitlinie betont, dass Therapien ohne Effekt nach 3 Monaten spätestens abgesetzt werden wollten: Spasmolytika, wie Pfefferminzöl oder Butylscopolamin - andere Schmerzmittel sind eh nicht geeignet - , Mittel gegen Durchfall wie Loperamid, Laxantien vom Makrogoltyp gegen Obstipation. Auch Rifaximin und 5-HT-Antagonisten oder Agonisten. Auch das neue Linaclotid bringt nur den Darm ein wenig auf Trab, ist aber kein Heilmittel.
Iberogast Tinktur therapiert nicht so gezielt wie der klassisch homöopathische Ansatz.

Mein Konzept:
Homöopathie (Erstanamnese , 90 Minuten wie in der Gebührenordnung für Ärzte)
Falls nach einer Darmspiegelung ein Reizdarm (leichte Entzündung) diagnostiziert wurde, verzichte ich auf die Atemtests auf Fructose- und Lactose-Unverträglichkeit, da die Mengen die getrunken werden fast jedem Beschwerden verursachen - und damit vermeidbar sind bei gleichzeitig geringer Aussagekraft.
Eventuell schicken wir eine Stuhlprobe ins Labor Herborn und erhalten eine 6-seitige Diagnostik und Empfehlung, auch spezieller Probiotika und Ernährung.
Intervallfasten: der Darm beruhigt sich im Intervall (12-16 Stunden täglich) - keine Snacks abends.
Keine großvolumigen Mahlzeiten, wie ein großes Abendessen.
Des weiteren wichtig: essen Sie Obst und Gemüse, Bewegung, Artischockenblätter (und andere Präbiotika), Pfefferminzöl, Kurkuma (Spezielles Präparat), Ingwer, (Bärenblättertee), Bitterstoffe oder Amara-Tropfen; Fenchel-, Kümmel, Anis-Tee; Kamillen- oder Melissen Tee, Leinsamen oder Leinsamenschleim (im Müsli), Wermut-Tee (sehr bitter); Heidelbeeren.
+ meiden von Kohlensäure, Zwiebeln, (tierisches ) Fett, Milch, Citrus Produkten, Kaffee, Chili und Zucker.
Nur wenig: Kohl /Hülsenfrüchte, gute Pflanzenöle.
Schonkost: möglichst keine Rohkost, Gemüse kurz im Wok anbraten oder dünsten/dämpfen.
Trinken Sie nichts zu ihrer Mahlzeit (20 Minuten vorher ja) - vor allem nichts Kaltes. So verdünnen Sie nur die verdauenden Enzyme und üben einen weiteren Druck auf die Magen und Darmwände aus, die beim Reizdarms schnell mit Schmerz oder Durchfall reagieren. Der Speisebrei wird so zu früh in den Dünndarm weiter geleitet.
Essen sie nicht, wenn sie müde oder gestresst sind, ruhen sie zuerst.
Verzichten Sie auf Alkohol, er ist ein entzündlicher Reiz für die Darmschleimhaut und kann ein Leaky-Gut-Syndrom verstärken.

Früher habe ich gedacht "Fodmaps" (blähende und schwer verdauliche Speisen - siehe unten) müssten eine Zeit lang gemieden werden.
Das Dilemma dabei ist, dass diese ja gute Präbiotika sind, die der Darm zum Aufbau braucht.
Heute weiß ich das diese Probiotika und Ballaststoffe oft (nach einer kurzen Gewöhnungsphase) verträglich sind und eine langfristige Besserung bringen. Gleichzeitig wird die Ernährungsvielfalt deutlich eingeschränkt - ebenfalls schlecht für die "guten Bakterien". So können die Beschwerden in den ersten Wochen zunächst verstärkt werden durch insulinreiches Wurzelgemüse, Hülsenfrüchte oder Vollkornbrot, zugleich füttern sie aber die guten Bakterien, was nach und nach zu einer Besserung führt - essen sie diese je nach Beschwerden in kleinen Mengen, auch wenn Sie auf der FODMAPS - Verbot Liste stehen. Manche Gewürze (Bohnenkraut) schwächen die blähenden Wirkung ab, kauen sie die Speisen gut und langsam.
Geben Sie den Darmbakterien gutes Futter: Präbiotika (auch als Präparat), Sauerkraut, Brottrunk, (Kefir als Kur).
Wenn Sie den Eindruck haben Gluten oder Weizen nicht zu vertragen und Zöliakie ausgeschlossen wurde, verzichten Sie mehrere Wochen auf Gluten (glutenfreier Hafer, REWE).

Dinkel ist keineswegs Fodmap-Arm;
Einkorn ohne D-Genom kommt nicht für Personen mit Weizensensitivität in Frage.
Emmer und der Urweizen 2ab (Triticum t.f.s.) jedoch besitzen die niedrigsten bekannten Fodmap-Gehalte.
Produkte, die gluten- und lactosearm sind, sind nicht automatisch Fodmap-arm.
Durch Weizen, Roggen, Gerste und andere Fodmaps kann ein Leaky Gut entstehen, das zu
Erschöpfung, Leistungsabfall, Depression, Konzentration- und Gedächtnisstörungen, Kopfschmerz und Infektanfälligkeit, sowie Kreislaufstörungen führen kann.
Biomarker, wie sCD14 und FABP2 eignen sich zur Diagnostik und Verlaufskontrolle. Nach einem Jahr Hirse, Mais, Reis, Hafer, Sorghum, Teff und Scheingetreiden wie Buchweizen, Amaranth und Quinoa sollte die Toleranzschwelle mit Gluten-Exposition erneut ausgetestet werden.

Nach einer Stuhlprobe wird bei einem entzündetem Darm oft eine reizarme Diät für einige Wochen empfohlen: Hafer (als Porridge am besten) , Kartoffelbrot oder selbst gebackenes Brot aus Auszugsmehl, wie von Dinkel und weißen Reis für eine gewisse Zeit solange die Entzündung vorherrscht akzeptieren. Ein entzündeter Darm kann nicht mehr so gut resorbieren.
Man kommt wenn das Haus brennt (Entzündung) ja auch nicht mit Maler und Tapezierer ins Haus (Vollwert ist normalerweise ja gut, jetzt aber nicht).

Heilfasten über 7 -10 Tage (mindestens) bessert das Mikrobiom, beim Fastenbrechen ausführlich kauen. Bei Buchinger -fasten ebenso.

Die schulmedizinische Sichtweise führt bei der Erkrankung, die auf der engen Verschaltung des Gehirns mit dem Darm beruht oft nur zu weiteren Belastungen und Doppelt- und Sechsfach - Untersuchungen, Überweisungen zum Psychiater, sowie zahlreichen belastenden und teuren Therapieversuchen, wie Therapien mit Rifaximum, Entschäumer, manche Probiotika, Loperamid, Cholestyramin bei Diarrhoe, ... das neue Linaclotid, Psychotherapie - alles nur im besten Fall zeitweise Verbesserungen an einem einzelnen Symptom - keine Heilung !!!

Zwei Kilogramm Immunzellen sind im Bauch und mit dem Gehirn verschaltet. Sie dienen der Abwehr von Keimen im Darm.
Dazu sind auch die zwei Kilogramm Bakterien im Darm lebensnotwendig. Bei jeder Einnahme von Antibiotika werden diese geschädigt. Lesen Sie auch das Kapitel Probiotika.

Führen Sie ein paar Wochen ein Ernährungstagebuch und notieren Sie parallel dazu ihre Beschwerden.
Wenn Sie ein Durchfall - Typ sind können übrigens Bananen stopfen (vorausgesetzt Sie sind ein Europäer) . Auch das Polyphenol der Apfelschale ist nützlich.
Wenn Sie ein Verstopfungstyp sind: Pflaumen, Vollkornprodukte,
Gegen die Reizung im Darm: gedünstetes Gemüse, Ballaststoffe, Muskat, ...
Zeigen Ihre Laborwerte eine Entzündung an? (CRP, BSG)
Sind andere Ursachen Ihrer Beschwerden bereits ausgeschlossen worden?
Curry kann die Darmnerven unempfindlicher machen.
Gegen Blähungen hilft Zimt, Anis, Curcuma, Kamille, Ingwer, Fenchel, Kümmel, Lorbeer, .... aber das alles wird nicht notwendig sein, wenn ihr Homöopath das richtige individuell ausgewählte Mittel ermittelt hat.

Zu den vielen möglichen Ursachen der Zunahme des Reizdarms oder auch von Bauchschmerzen von Schulkindern können Umweltursachen gezählt werden:
die "kontrollierte" Entsorgung ins Tierfutter:
von Altöl (legal, da unter den "Grenzwerten"),
von Styropur (ein Dämmstoff) und anderen Kunststoffen oder ansonsten teurer zu entsorgenden Schadstoffen sein.

Lesen Sie auch unter "Ernährungsmedizin-Pro-biotika (Thema Mikrobiom)" weiter und eventuell unter "Atemwege-Antibiotika".
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"Die Sensitivität gegen Brot entsteht wahrscheinlich durch die Enzyme und Emulgatoren, die Brot schneller und billiger reifen lassen", so Dr. Longine, Uni Hohenheim.
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Angst vor Nahrungsmitteln kann nachgewiesenermaßen Verdauungsstörungen bewirken (Nozeboeffekt).
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Prof. Holtmeier, Krankenhaus Porz schließt bei einem Patienten mit "Reizdarm" zuerst Zöliakie aus, um dann nach einer Darmspiegelung auf eine Weizensensitivität zu stoßen. Laut australischen Forschern wird der Zucker des Weizens im Darm zu FOODMAPS (können sie bei Wikipedia nachschlagen), die die Reizdarmbeschwerden wie Durchfall, Blähungen, Bauchschmerzen machen kann.
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Scharfe Gewürze wie Chili sollen die Nerven des Darms positiv in dem Sinne beeinflussen nicht mehr so auf andere Reize (Stress) zu reagieren.
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Zu Curcumin-Loges bei Reizdarm siehe unter "Anti-Entzündlich Essen"

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Das Lektin aus dem modernen Weizen stimuliert die Synthese von entzündungsfördernde Botenstoffen (Zytokinen) in Darm- und Immunzellen und es hat sich gezeigt, dass diese eine ursächliche Rolle bei chronischen Darmentzündungen spielt. WGA = Weizenkeim-Agglutinin kommt in höheren Konzentrationen in Vollkornbrot vor.

Ich heiße Sie in unseren Räumen willkommen!