Antibiotka

Dr. Reuther: "Depressionen nach Antibiotika-Einnahme oder Hautausschlägen nach Antidepressiva sind Beispiele der zahlreichen "Über-Medizierungen in der Medizin".
" Wenn Sie ein Krankenzimmer beziehen in dem vorher jemand lag, der Antibiotika erhalten hat, steigt ihr Risiko eine Krankenhaus-Infektion (resistente Keime) zu erleiden um 30 %. "
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Eine große landesweite Kohortenstudie aus Frankreich bei 825 Hausärzten und ihren Patienten zeigt erneut:

Bei Infekten der oberen Atemwege haben im Gegensatz zu Patienten der konventionellen Hausärzte Patienten von homöopathischen Hausärzten einen signifikant geringeren Verbrauch von Antibiotika und fiebersenkenden/antientzündlichen Medikamenten mit zugleich vergleichbarem klinischen Symptomenverlauf der Infekte.
Sie nahmen etwa halb so viel Antibiotika und fiebersenkende/entzündungshemmende Medikamente ein als Patienten von konventionellen Hausärzten. Und das bei ähnlichen klinischen Ergebnissen.
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Minocyclin, ein bewährtes und gut verträglichen Antibiotikum aus der Gruppe der Tetracycline wirkt nicht nur antibakteriell, sondern auch entzündungshemmend und neuroprotektiv, schütze also Nervenzellen und -fasern.
Anders als die meisten anderen Antibiotika kann Minocyclin die Blut-Hirn- Schranke überwinden, die das Gehirn normalerweise vor Krankheitserregern oder Stoffen schützt, die im Blut zirkulieren. Das ist in diesem Fall entscheidend, denn das Gehirn hat sein eigenes Immunsystem, was ebenfalls aktiviert wird, wenn der Körper entzündungsfördernde und entzündungshemmende Botenstoffe, die sogenannten Zytokine, ausschüttet. Aus Tierstudien wissen wir, dass Mäuse, die experimentell depressiv gemacht wurden, aktivierte Immunzellen im Gehirn haben.
Nach Minocyclin-Gabe vermindert sich die Aktivität der aktiven Immunzellen deutlich.

Eine kanadische Studie aus dem Jahr 2017 hat die gute antientzündliche Wirkung des Antibiotikums auf das Gehirn von Patienten mit Multipler Sklerose gezeigt.
Auch Pilotstudien mit depressiven oder bipolaren Probanden gab es bereits. Sie verliefen ebenfalls vielversprechend. An der Charite in Berlin läuft eine Studie noch bis 2020.